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Die Limited in der Insolvenz - Teil 11 - Folgen einer Abweisung mangels Masse


Autor(-en):
Harald Brennecke
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Insolvenzrecht
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz
Brennecke & Partner Rechtsanwälte Fachanwälte mbB


2.9.2. Folgen einer Abweisung mangels Masse

Liegt nicht genügend Masse für ein Insolvenzverfahren vor, wird das Verfahren abgewiesen. Eine Folge ist die Auflösung einer juristischen Person. Die Limited wird dann nach den Vorschriften der englischen Insolvency Act (IA) 1986 abgewickelt (vgl. Buchmann, S. 252). Die Auflösung der Ltd. erfolgt unter den Maßgaben des compulsory winding up – der zwangsweisen Liquidation.

Der County Court am Sitz der Gesellschaft ist zuständig. Nur wenn das Kapital £ 120.00 übersteigt, ist der High Court zuständig.

Die Zwangsabwicklung wird auf Antrag durchgeführt. Es sind Gläubiger und Directors berechtigt. Directors müssen eidesstattlich die Richtigkeit der Angaben des Antrags versichern (vgl. Just, S. 84). Wird der Antrag an die Ltd. zugestimmt, ist diese ab diesem Zeitpunkt ohne Zustimmung des Gerichts nicht mehr  verfügungsbefugt.

Nach der Antragszustellung ist dieser in der Londoner Gazette zu veröffentlichen. Die Veröffentlichung hat für gewöhnlich die Sperrung der Bankkonten zur Folge.

Das Gesellschaftsvermögen wird in einen Treuhandfond übergeben. In Abstimmung mit der Gläubigerversammlung wird das noch vorhandene Vermögen verteilt. Mit Hilfe von Anträgen an das Gericht können die Gläubiger die Verteilung des Vermögens beeinflussen. Das Gericht kann Entscheidungen des Liquidators verwerfen oder neu gestalten.

Das Gericht erlässt einen Abwicklungsbeschluss. Ebenso setzt es einen Liquidator ein.
Zur Zwangsabwicklung gehören:

- Verwertung der Vermögensgegenstände
- Abhalten einer letzten Gläubigerversammlung
- Einreichen einer Schlussbilanz beim companies house
- Abberufung des Liquidators durch Gericht

Der Liquidator erstellt einen Abschlussbericht und reicht diesen beim companies house ein. Das companies house führt das Handelsregister des Vereinigtes Königreichs. Es ist dem Wirtschaftsministerium unterstellt. Der Liquidator hat ebenfalls das Recht, die Directors vor Gericht zu bestellen. Dort kann er die Directors zum wirtschaftlichen Niedergang der Ltd. befragen. Drei Monate nach einreichen des Abschlussberichts gilt die Ltd. als aufgelöst.

Die Gläubiger können nach Abweisung mangels Masse ihre Ansprüche nur individuell geltend machen. Dies geschieht in der Praxis jedoch selten (vgl. Buchmann, S. 222; Poertzgen, S. 76, 297).

 

Dieser Beitrag ist entnommen aus dem Buch „Die Limited in der Insolvenz“ von Harald Brennecke, Fachanwalt für Insolvenzrecht, erschienen im Verlag Mittelstand und Recht  2014, www.vmur.de, ISBN 978-3-939384-34-2.


Links zu allen Beiträgen der Serie:

Die Limited in der Insolvenz - Teil 01 - Grundlagen der Limited
Die Limited in der Insolvenz - Teil 02 - Insolvenzantragspflicht und Zuständigkeit deutscher Gerichte
Die Limited in der Insolvenz - Teil 03 – Hauptinsolvenzverfahren und Sekundärinsolvenzverfahren
Die Limited in der Insolvenz - Teil 04 – Ordre Public
Die Limited in der Insolvenz - Teil 05 – Insolvenzfähigkeit und Eröffnungsgründe
Die Limited in der Insolvenz - Teil 06 – Insolvenzgründe: Zahlungsunfähigkeit
Die Limited in der Insolvenz - Teil 07 – Insolvenzgründe: Überschuldung und drohende Zahlungsunfähigkeit
Die Limited in der Insolvenz - Teil 08 – Insolvenzantrag des Gläubigers
Die Limited in der Insolvenz - Teil 09 – Insolvenzantrag des Schuldners und dessen Rücknahme
Die Limited in der Insolvenz - Teil 10 - Gründe für die Abweisung des Insolvenzantrags
Die Limited in der Insolvenz - Teil 11 - Folgen einer Abweisung mangels Masse
Die Limited in der Insolvenz - Teil 12 – Wirkung der Verfahrenseröffnung
Die Limited in der Insolvenz - Teil 13 – Insolvenzmasse und Einlageschuld
Die Limited in der Insolvenz - Teil 14 - Kapitalerhaltung
Die Limited in der Insolvenz - Teil 15 – Pflicht zur Stellung des Insolvenzantrags
Die Limited in der Insolvenz - Teil 16 – Haftung bei Verletzung der Antragspflicht
Die Limited in der Insolvenz - Teil 17 – Strafrechtliche Haftung
Die Limited in der Insolvenz - Teil 18 – Haftung nach Wrongful trading
Die Limited in der Insolvenz - Teil 19 – Haftung nach fraudulent trading
Die Limited in der Insolvenz - Teil 20 – Haftung nach § 43 GmbHG und culpa in contrahendo
Die Limited in der Insolvenz - Teil 21 – Haftung als Vertreter ohne Vollmacht und Durchgriffshaftung
Die Limited in der Insolvenz - Teil 22 – Verstoß gegen Treue- und Sorgfaltspflichten
Die Limited in der Insolvenz - Teil 23 – Rechtsfolgen des Verstoßes
Die Limited in der Insolvenz - Teil 24 – Haftung nach § 826 BGB
Die Limited in der Insolvenz - Teil 25 – Betrug / Limited & Co. KG
Die Limited in der Insolvenz - Teil 26 – Die Limited & Co. KG in der Insolvenz / Sonderbetrachtungen


Autor(-en):
Harald Brennecke
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Insolvenzrecht
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz
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Kontakt: brennecke@brennecke-rechtsanwaelte.de
Stand: Juli 2014


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Über die Autoren:

Harald Brennecke, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht

Portrait Harald-Brennecke

Rechtsanwalt Harald Brennecke ist Gründer und Managing Partner der Kanzlei Brennecke & Partner. Er ist überwiegend im Bereich des Insolvenzrechts für Unternehmer und Unternehmen tätig.

Harald Brennecke ist seit 1999 im Bereich der Unternehmenssanierung tätig. Als Fachanwalt für Insolvenzrecht gestaltet er Sanierungen und begleitet Firmeninsolvenzen. Rechtsanwalt Brennecke berät insbesondere Geschäftsführer in der Unternehmenskrise hinsichtlich der für diese bestehenden  Haftungsrisiken sowie Gesellschafter im Interesse der Unternehmenssanierung unter dem Blickwinkel des Unternehmens als Vermögensbestandteil des Gesellschafters. Er vertritt bei unzulässigen oder unbegründeten Insolvenzanträgen. Rechtsanwalt Brennecke verhandelt mit Insolvenzverwaltern hinsichtlich des Erwerbs von Unternehmen aus der Insolvenz zum Zwecke der Unternehmensfortführung durch Investoren oder Familienangehörige. Weiter vertritt Rechtsanwalt Brennecke bei Ansprüchen des Insolvenzverwalters aus Anfechtung gegen Gesellschafter, Familienangehörige oder Dritte sowie bei (den häufig unterschätzten) Haftungsansprüchen gegen Geschäftsführer von Kapitalgesellschaften.   

Er berät Insolvenzschuldner hinsichtlich der Erlangung der Restschuldbefreiung und der hierfür erforderlichen Obliegenheiten und vertritt im gesamten Insolvenzverfahren um sicherzustellen, dass der Schuldner die an ihn gestellten Obliegenheitsanforderungen zur Erlangung der Restschuldbefreiung (die über das hinausgehen, was ein Insolvenzverwalter vom Schuldner verlangt und verlangen darf) erfüllt. Der Irrtum, dass Insolvenzschuldner alleine dann schon Restschuldbefreiung erhielten, wenn sie alle Anforderungen des Insolvenzverwalters erfüllen, ist leider immer noch weit verbreitet.

Rechtsanwalt Brennecke berät Schuldner über das Vorgehen bei der Nutzung der Alternativen des europäischen Insolvenzrechts zur Restschuldbefreiung. In wenigen speziellen Fällen bietet ausländisches Insolvenzrecht Vorteile.

Er hat mehrere Bücher im Bereich Insolvenzrecht veröffentlicht, so

  • "Gesellschaftsrecht in der Insolvenz", ISBN 978-3-939384-267
  • "Die Limited in der Insolvenz", ISBN 978-3-939384-34-2
  • "Der Insolvenzplan – Sanierungsinstrument in der Insolvenz", Verlag Mittelstand und Recht, ISBN 978-3-939384-06-9
  • "Die Restschuldbefreiung", 2006, Verlag Mittelstand und Recht, ISBN 978-3-939384-00-7 
  • "Privatinsolvenz/Verbraucherinsolvenz - Eine Einführung", Verlag Mittelstand und Recht, ISBN 978-3-939384-13-1
  • "Insolvenz und Restschuldbefreiung in Europa", Verlag Mittelstand und Recht, ISBN 978-3-939384-05-2
  • "Der Insolvenzplan und der Verbraucherinsolvenzplan - Sanierungsinstrument in der Insolvenz - für Verbraucher und Unternehmen", ISBN 978-3-939384-06-9
  • "Die Regelinsolvenz - Insolvenz für Unternehmer und Unternehmen", Verlag Mittelstand und Recht, ISBN 978-3-939384-07-6 
  • "Das Recht der GmbH", 2014, Verlag Mittelstand und Recht, ISBN 978-3-939384-33-5
  • "Der Gesellschaftsvertrag der GmbH - Die GmbH-Satzung in Theorie und Praxis", 2014, Verlag Mittelstand und Recht, ISBN 978-3-939384-40-3
  • "Der Unternehmenskauf -  Rechtliche Risiken bei Kauf und Verkauf mittelständischer Unternehmen", Verlag Mittelstand und Recht, 2014, ISBN 978-3-939384-18-2
  • "Die Haftung des GmbH-Geschäftsführers", 2014, Verlag Mittelstand und Recht, ISBN 978-3-939384-29-8

Weitere Veröffentlichungen sind in Vorbereitung, so

  • „Selbständigkeit in der Insolvenz“
  • „Schutzschirm und Eigenverwaltung“
  • „Die Liquidation von Kapitalgesellschaften“

Er ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht im DeutscherAnwaltVerein und Dozent für Insolvenzrecht an der DMA Deutsche Mittelstandsakademie.  Er moderiert die Gruppe Insolvenz und Insolvenzvermeidung bei XING.
Er bietet Schulungen, Vorträge und Seminare unter anderem zu den Themen:

  • Insolvenzrecht für Gründer und lebende Unternehmen: Aus Insolvenzen anderer lernen heißtdas eigene Insolvenzrisiko zu vermeiden
  • Unternehmenssanierung: Kopf aus dem Sand! Wer zu spät reagiert, reagiert nie wieder.
  • Insolvenzrecht für Steuerberater – Grundlagen des Insolvenzrechts für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer 
  • Insolvenzrecht für Unternehmensberater – Sanierungschancen erkennen und wahren
  • Insolvenzberatung: das (enorme) Haftungsrisiko des Sanierungsberaters 
  • Selbständigkeit in der Insolvenz – die große Chance des Neustarts


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Mail: brennecke@brennecke-rechtsanwaelte.de
Telefon: 0721-20396-28

 

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