Brennecke & Partner Rechtsanwälte Logo
Standorte - Ihr Rechtsanwalt vor Ort

Ihr Rechtsanwalt vor Ort:


Kontakt


Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 12-3 Wahl des Marktes


Autor(-en):
Harald Brennecke
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Insolvenzrecht
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz
Brennecke & Partner Rechtsanwälte Fachanwälte mbB



Christian Metzger
wissenschaftlicher Mitarbeiter

12.5. Wahl des Marktes


Spätestens nach der Wahl der Unternehmensform sollte sich der Existenzgründer für einen Markt entscheiden. Unter dem Begriff des Marktes wird hierbei einerseits der Gegenstand des Marktes - also das Geschäftsfeld, oder die Branche -andererseits der Markt im geographischen Sinne verstanden. Viele Existenzgründer werden sich auf dem Gebiet selbständig machen wollen, auf welchem sie bereits Vorkenntnisse oder berufliche Erfahrungen sammeln konnten. Beim Franchising ist durch die Schulungen und durch das Know-How des Franchisegebers ein spezifisches fachliches Wissen nicht unbedingt erforderlich. Idealerweise wählt der künftige Franchisenehmer einen Markt, dessen Gegenstand seinen Interessen und Kenntnissen entspricht. Bei der Wahl des geographischen Marktes sollte der Existenzgründer überlegen, ob er bereit ist, für seine Selbständigkeit umzuziehen. Nicht selten ist ein Markt anderenorts leichter zugänglich. Selbst wenn ein Markt geographisch und dem Gegenstand nach interessant erscheint, sollte eine genauere Betrachtung des Marktes nicht unterlassen werden. Man spricht hierbei von der Marktanalyse. Darunter ist eine zeitpunktbezogene Untersuchung des Marktes zur Beschaffung aktueller Daten zu verstehen

Dabei kann entweder auf interne oder auf externe Daten zurückgegriffen werden. Da ein Existenzgründer naturgemäß über keine internen Daten verfügt und der Zugriff auf externe Daten zum Teil recht kostspielig ist, fällt eine Marktanalyse nicht immer leicht.

Bei der Marktanalyse werden unter anderem betrachtet:

  • das Marktpotenzial (Marktgröße, Marktvolumen und Marktwachstum, Marktform, Phase des Marktzyklus),
  • die Marktstruktur (vorhandene und zu erwartende Mitbewerber, Entwicklung der Nachfrage, Anzahl und Preise der Lieferanten),
  • die Produkte (Produktlebenszyklus, Beschaffenheit der Produkte)

Hierbei wird deutlich, dass ein Markt nicht leichtfertig ausgewählt werden sollte. Eine ausführliche Betrachtung der Marktsituation und durchdachte Abwägung ist von großem Vorteil.

Beispiel 103: Wahl des Marktes
P hat sich nach reiflicher Überlegung dazu entschlossen, seine Stelle als Filialleiter eines Computerfachhandels aufzugeben. Nun möchte er sich endlich den langgehegten Traum der Selbständigkeit erfüllen. Nachdem alle weiteren Voraussetzungen erfüllt scheinen, sucht er nach einem passenden Markt. Aufgrund seiner langjährigen Erfahrungen in der Computerbranche, möchte er sich auf dem Computermarkt etablieren. Für ein Marktsegment des Computermarktes (Computerfachhandel, IT Beratung, „Softwareschmiede“...) hat sich P noch nicht entschieden. Als studierter Informatiker geht er jedoch davon aus, auf jedem Markt Fuß fassen zu können. Zwar träumt er von seinem eigenen Computerfachhandel in seiner Heimatstadt, dennoch ist er aufgrund der dort starken Konkurrenz unentschlossen. Eine genauere Betrachtung des für ihn in Frage kommenden geographischen Computermarktes (Süddeutschland) ergibt, dass das Marktpotential des IT Beratungsmarkts am höchsten ausfällt. P entschließt sich daher, sich zunächst auf dieses Segment zu spezialisieren. Er plant jedoch, sein Angebot zu erweitern, sobald ihm die Marktsituation günstig erscheint.

 

Dieser Beitrag ist entnommen aus dem Buch "Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising" von Harald Brennecke und Christian Metzger, erschienen im Verlag Mittelstand und Recht, www.vmur.de, ISBN 978-3-939384-15-1.


Links zu allen Beiträgen der Serie:

Franchiserecht Eine Einführung in das Recht des Franchising Teil 05 3 Informations und Auskuftspflicht
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 02-2 Abgrenzung zu anderen Vertriebsformen
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 03-1 Rechtsqüllen des Franchisings
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 03-1, Europäischer
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 04-1 Franchisegeber
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 04-2 Franchisenehmer
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 05-1 Vertragsverhandlungen
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 05-2 Widerrufsbelehrung
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 06-1 Vertragsgestaltug
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 06-2 Vertragssprache
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 06-3 Allgemeine Geschäftsbedingungen
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 06-4 Zusammenarbeit der Franchisepartner
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 07-1 Rechte und Pflichten des Franchisegebers
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 07-2 Erhebung von Franchisegebühren
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 07-3 Grundlegendes zu den Pflichten
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 08-1 Rechte und Pflichten des Franchisenehmers
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 08-2 Gebietsschutz, Ausgleichsanspruch
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 09-1 Vorvertragliche Haftung
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 09-2 Vertragliche Haftung
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 09-3 Nachvertragliche Haftung
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 1-1 Erscheinungsformen
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 1-2 Grundtypen des Franchising
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 1-3 Besondere Formen der Franchise
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 10-1 Vertragsende
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 10-2 Aufhebungsvereinbarung
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 10-3 Anfechtung
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 11-1 Vorteile des Franchisings
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 11-2 Nachteile des Franchisings
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 12-2 Wahl der Unternehmensform
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 12-3 Wahl des Marktes
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 12-4 Wahl des Franchisegebers
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 12-5 Finanzierung
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil 2-1 Abgrenzung zu anderen Vertriebsformen
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising - Teil Vorüberlegungen für Existensgründer
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising Teil 04 - 1 Franchisepartner
Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising, Teil 04 - 1, Franchisepartner
Franchiserecht: Einführung ins Franchiserecht - die Pflichten des Franchisenehmers


Autor(-en):
Harald Brennecke
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Insolvenzrecht
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz
Brennecke & Partner Rechtsanwälte Fachanwälte mbB



Christian Metzger
wissenschaftlicher Mitarbeiter

Kontakt: brennecke@brennecke-rechtsanwaelte.de
Stand: September 2007


Wir beraten Sie gerne persönlich, telefonisch oder per Mail. Sie können uns Ihr Anliegen samt den relevanten Unterlagen gerne unverbindlich als PDF zumailen, zufaxen oder per Post zusenden. Wir schauen diese durch und setzen uns dann mit Ihnen in Verbindung, um Ihnen ein unverbindliches Angebot für ein Mandat zu unterbreiten. Ein Mandat kommt erst mit schriftlicher Mandatserteilung zustande.
Wir bitten um Ihr Verständnis: Wir können keine kostenlose Rechtsberatung erbringen.


Über die Autoren:

Harald Brennecke, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht

Portrait Harald-Brennecke

Harald Brennecke ist seit Jahren im Vertriebsrecht, insbesondere in den Bereichen Handelsvertreterrecht, Franchiserecht und Vertragshändlerrecht tätig.

Er vertritt Unternehmen, Handelsvertreter und Vertragshändler bei der Gestaltung und Verhandlung von Handelsvertreterverträgen und Vertragshändlerverträgen. Er begleitet bei Auseinandersetzungen über Provisionen, Überhangsprovisionen oder Handelsvertreterausgleich für Handelsvertreter, Versicherungsvertreter oder Franchisenehmer. Er begleitet bei der Erstellung n Prüfung von Buchauszügen.

Er begleitet den Aufbau und die Konzeption von Franchisesystemen und Partnersystemen im Bereich Handel, Dienstleistung und Beratung. Er gestaltet und prüft Franchiseverträge und Masterfranchiseverträge. Er verhandelt für Parteien von Franchisesystemen im Interesse einer konstruktiven Zusammenarbeit und vertritt bei Verletzungen der Verpflichtungen von Franchisegebern und Franchisenehmern.

Rechtsanwalt Brennecke vertritt weiterhin bei der Verletzung von Wettbewerbsverboten und Geschäftsgeheimnissen. Er ist besonders spezialisiert auf zivilrechtliche wie strafrechtliche Verfahren in Bezug auf  unzulässige Verwendung von Kundendaten und anderen Geschäftsgeheimnissen (17 UWG).

Rechtsanwalt Harald Brennecke hat mehrere Bücher im Bereich Vertriebsrecht veröffentlicht, so

  • "Der Ausgleichsanspruch des Handelsvertreters", 2007, Verlag Mittelstand und Recht, ISBN 978-3-939384-04-5
  • "Die Wettbewerbsabrede nach Beendigung des Handelsvertretervertrages", Verlag Mittelstand und Recht, ISBN 978-3-939384-03-8
  • "Die Provision des Handelsvertreters - Eine Einführung", Verlag Mittelstand und Recht, ISBN 978-3-939384-14-4
  • "Franchiserecht - Eine Einführung in das Recht des Franchising", Verlag Mittelstand und Recht, ISBN 978-3-939384-15-1
  • "17 UWG - Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen", 2015, Verlag Mittelstand und Recht, ISBN 978-3-939384-38-0


Rechtsanwalt Brennecke ist Dozent für Vertriebsrecht an der DMA Deutsche Mittelstandsakademie. 
Er bietet Schulungen, Vorträge und Seminare zu den Themen:

  • Provision des Handelsvertreters
  • Handelsvertreterausgleich in der aktuellen Rechtsprechung
  • Der Buchauszug – Anforderung und Auswertung
  • Vertriebssysteme gestalten – angestellte oder freie Vertriebsmitarbeiter ?
  • Der Aufbau von Franchisesystemen
  • Kundendatenschutz aus rechtlicher und praktischer Sicht
  • Franchisesysteme gründen – weitsichtige Planung von Franchise- und Partnersystemen
  • Datenschutz in Franchisesystemen – das unterschätzte Problem
  • Grundlagen der Franchise – wie Franchisenehmer gute Franchisesysteme erkennen
  • Schuldübernahme des vorhergehenden Franchisenehmers nach 25 HGB als Risiko bei der Fortführung Franchisestandorte durch neue Franchisenehmer
  • Schutz von Kundenadressen und Geschäftsgeheimnissen – 17 UWG in Theorie und Praxis


Kontaktieren Sie Rechtsanwalt Harald Brennecke unter:
Mail: brennecke@brennecke-rechtsanwaelte.de
Telefon: 0721-20396-28

 

Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und willige in die Verarbeitung meiner Daten zur Bearbeitung meiner Anfrage ein. Die Einwilligung kann jederzeit wiederrufen werden*





Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir keine kostenlose Rechtsberatung erbringen können.

Datenschutzerklärung


Mehr Beiträge zum Thema finden Sie unter:

RechtsinfosVertriebsrechtFranchiserechtEinführung ins Franchiserecht
RechtsinfosFranchiserecht



© 2002 - 2019