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Strafrechtliche Risiken der Tätigkeit des Steuerberaters - 3. Begünstigung und Strafvereitelung durch den Steuerberater


Der Steuerberater kann sich auch wegen Begünstigung und/oder Strafvereitelung strafbar machen. Im Rahmen der möglichen Strafbarkeitsrisiken eines Steuerberaters spielen Begünstigung und Strafvereitelung im Vergleich zur Steuerhinterziehung in Täterschaft oder Teilnahme in Bezug auf eingeleitete Ermittlungsverfahren eine untergeordnetere Rolle.


a) Begünstigung
Den Tatbestand der Begünstigung gemäß § 257 StGB verwirklicht derjenige, der dem Täter in der Absicht, ihm die Vorteile der Tat zu sichern, hilft. Voraussetzung für die Strafbarkeit des Steuerberaters ist hier eine Steuerstraftat als Vortat, an der er nicht selbst als Täter oder Teilnehmer beteiligt war.
Der Steuerberater verwirklicht den Tatbestand der Begünstigung, wenn er seinem Mandanten durch objektiv geeignete Handlungen und in der Absicht, diesem einen rechtswidrig erlangten Steuervorteil zu sichern, hilft. Geeignete Handlungen sind unter anderem solche, die die Entdeckung der Vortat verhindern sollen und zur Sicherung der rechtswidrig erlangten Vorteile geeignet sind.


b) Strafvereitelung
Den Tatbestand der Strafvereitelung gemäß § 258 StGB verwirklicht derjenige, der durch seine Hilfeleistung vereitelt, dass ein anderer bestraft wird.
In die Gefahr, sich wegen Strafvereitelung strafbar zu machen, kann der Steuerberater sowohl in seiner steuerberatenden Funktion als auch als Steuerstrafverteidiger kommen. Die Frage, inwieweit sich der Steuerberater als Steuerstrafverteidiger wegen Strafvereitelung strafbar macht, ist umstritten und immer unter Berücksichtigung der besonderen Gegebenheiten des Einzelfalls zu beantworten.


c) Zuständigkeit
Die durch den Steuerberater begangene Begünstigung stellt wie die Vortat der Steuerhinterziehung ebenfalls eine Steuerstraftat dar und wird somit auch von den Strafsachenstellen der Finanzämter verfolgt.
Bei der durch den Steuerberater begangenen Strafvereitelung handelt es sich nicht um eine Steuerstraftat. Demzufolge sind auch hier die Strafsachenstellen der Finanzämter nicht für die Verfolgung zuständig.


Dieser Artikel ist Teil einer Serie zum Thema "Strafrechtliche Risiken der Tätigkeit des Steuerberaters"


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Stand: Januar 2007


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Portrait Harald-Brennecke Harald Brennecke, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht, Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz

Harald Brennecke ist als Strafverteidiger, Anzeigenerstatter, Nebenklagevertreter oder Zeugenbeistand ausschließlich im Wirtschaftsstrafrecht tätig. 
Er verteidigt bei Insolvenzdelikten wie Insolvenzverschleppung, Bankrottdelikten, Buchführungsdelikten, Gläubigerbegünstigung und Schuldnerbegünstigung sowie allen anderen typischen Straftaten im Insolvenzbereich wie Betrug oder Untreue. Als Fachanwalt für Insolvenzrecht und Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht kann er Rechtsfragen im materiellen Bereich in einer Tiefe aufbereiten, die für Richter und Staatsanwälte nicht immer leicht zu durchdringen ist.    
Als Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz ist er im Bereich der UWG-Straftaten tätig, unter anderem bei Strafbarer Werbung, 16 UWG oder Verrat von Geschäftsgeheimnissen, 17 UWG, wie z.B. die unberechtigte Verwendung von Kundendaten.
 
Häufig kann bereits im Laufe eines Ermittlungsverfahrens durch fundierte Stellungnahme der Verdacht einer Straftat vermieden und die Einstellung des Verfahrens erreicht werden. 
Der Umgang mit den erheblichen Datenmengen im Wirtschaftsstrafrecht erfordert spezielle Arbeitstechniken. Die vielschichtigen und tiefen rechtlichen Probleme der typischen wirtschaftsstrafrechtlichen Fragestellungen samt ihrer Verquickung mit insolvenzrechtlichen, gesellschaftsrechtlichen und steuerrechtlichen Themen erforderte fundierte Fachkenntnis der materiellrechtlichen Zusammenhänge und die Bereitschaft zu einer sehr intensiven Auseinandersetzung mit dem konkreten Sachverhalt.
In den komplexe wirtschaftsstrafrechtlichen Sachverhalten ist eine umfassende strategische Orientierung und vollständige Durchdringung des Sachverhalts schon vor der ersten Stellungnahme entscheidend.  

Rechtsanwalt Brennecke unterstützt auch Strafverteidiger durch rechtliche Zuarbeit im Hintergrund oder offene Begleitung in Bezug auf materiellrechtliche Themen.        

Harald Brennecke hat im Wirtschaftsstrafrecht und angrenzenden Gebieten veröffentlicht:

  • "17 UWG - Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen", 2015, ISBN 978-3-939384-38-0, Verlag Mittelstand und Recht
  • "Einführung in das Datenschutzrecht", Kapitel im E-Business Handbuch für Entscheider, 2. Aufl. ISBN 3.540-43263-9, 2002, Springer-Verlag
  • "Die Haftung des GmbH-Geschäftsführers", 2014, ISBN 978-3-939384-29-8, Verlag Mittelstand und Recht
  • "Gesellschaftsrecht in der Insolvenz", 2014, ISBN 978-3-939384-26-7, Verlag Mittelstand und Recht

sowie etliche weitere Veröffentlichungen im Gesellschafts- und Insolvenzrecht.

Weitere Veröffentlichung von Rechtsanwalt Brennecke sind in Vorbereitung, unter anderem:

  • Einführung in das Datenschutzstrafrecht
  • Compliance
  • Insolvenzstraftaten

Harald Brennecke ist Dozent für Wirtschaftsstrafrecht an der DMA Deutsche Mittelstandsakademie. 
Im Bereich Wirtschaftsstrafrecht bietet er Schulungen, Vorträge und Seminare unter anderem zu den Themen:

  • Insolvenzstrafrechtliche Risiken für Geschäftsführer
  • Compliance im Mittelstand – Strafrisiken vermeiden durch kluge Unternehmensführung
  • Insolvenzstrafrecht für Steuerberater und Sanierungsberater  
  • Geschäftsführerhaftung – Die Geschäftsführung von Kapitalgesellschaften: das letzte große Abenteuer der westlichen Zivilisation
  • Das (enorme) Haftungsrisiko des Sanierungsberaters
  • Insolvenzrecht für Steuerberater und Unternehmensberater
  • Datenschutzstrafrecht
  • Schutz von Kundenadressen und Geschäftsgeheimnissen – 17 UWG in Theorie und Praxis


Kontaktieren Sie Rechtsanwalt Harald Brennecke unter: 
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