HAFTUNG VON STEUERBERATER UND WIRTSCHAFTSPRÜFER GEGENÜBER DER BANK - Eine Einführung
Herausgeber / Autor(-en):
Harald Brennecke Rechtsanwalt
Telefon: +49 721 20396-22
Mail: brennecke@fasp.de
Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz
FASP Rechtsanwälte
1. Einführung
Kreditausfall aufgrund Insolvenz - Die Bank sucht einen Schuldigen, um ihn in Haftung zu nehmen.
Steuerberater und Wirtschaftsprüfer wähnten sich bisher recht sicher. Inzwischen richtet sich der Fokus der enttäuschten Bank aber zunehmend auf diese Berater. Dies liegt daran, dass der Rückgriff gegenüber dem Geschäftsführer, Vorstand oder Gesellschaft häufig mit dessen Privatinsolvenz endet - und damit einem erneuten Kreditausfall.
Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sind dagegen bei beruflichen Fehlern versichert. Es droht also kein Ausfall für die Bank.
2. Grundlagen der Haftung
Weder Steuerberater noch Wirtschaftsprüfer sind im - später insolvent gewordenen - Unternehmen leitend tätig gewesen. Woraus resultiert also ihre Haftung gegenüber der Bank?
Bei Kreditentscheidungen verlässt sich die Bank nicht nur auf ihr eigenes Urteil über die Bonität des Kunden. Sie bildet sich das Urteil auf der Basis der Unterlagen, die der Kunde vorlegt. Vielfach werden diese vom Steuerberater erstellt und vom Wirtschaftsprüfer geprüft sein, handelt es sich hierbei nun um Jahresabschlüsse, Berichte oder sonstige Auskünfte.
a) Haftung des Steuerberaters gegenüber dem Bankkunden
Dem Bankkunden, für den er den Jahresabschluss erstellt, haftet der Steuerberater aufgrund des Steuerberatervertrags, wenn der Jahresabschluss mangelhaft und der Steuerberater hierfür verantwortlich ist. Eine Haftung ist ausgeschlossen, wenn der Steuerberater vom Bankkunden falsche Angaben erhalten hat und diesen vertrauen durfte.
In Extremfällen kommt eine Haftung des Steuerberaters wegen vorsätzlich schadensverursachender Handlung in Betracht, wenn der Steuerberater bei der Erstellung des Jahresabschlusses rechtswidrig zum Nachteil des Kunden gehandelt hat.
b) Haftung des Steuerberaters gegenüber der Bank
Der Steuerberater hat üblicherweise keinen Einfluss darauf, wem der Unternehmer seinen Jahresabschluss zur Verfügung stellt. Die Verwendung gegenüber Dritten, um die wirtschaftlichen Verhältnisse des Unternehmens offen zu legen, ist aber - neben der steuerlichen Verwendung - der Hauptzweck für die Erstellung des Jahresabschlusses. Es ist also für den Steuerberater offensichtlich, dass nicht ausschließlich der Unternehmer und das Finanzamt vom Jahresabschluss Kenntnis erhalten, sondern auch Dritte, die sich hieraus ein Bild des Unternehmens machen wollen. Zu denken ist hierbei nicht nur an Banken als interessierte Dritte, sondern auch an andere Gläubiger sowie Aufsichtsräte und Beiräte.
Die Rechtsprechung bejaht daher schon einigen Jahren, dass auch diese Dritten dem Steuerberater besonderes Vertrauen entgegenbringen. Sie bezieht daher diese Dritte, um sie zu schützen, in den Schutzbereich des Steuerberatervertrags ein.
Daher haftet der Steuerberater der Bank dafür, dass er seinen Auftrag wahrheitsgemäß und vollständig, entsprechend den gesetzlichen Anforderungen und mit der berufsüblichen Sorgfalt erledigt. Dies schließt ein, dass er über Art, Umfang und Ergebnis seiner Tätigkeit berichtet und Unredlichkeiten seines Auftraggebers nicht deckt.
c) Haftung des Wirtschaftsprüfers gegenüber der Bank
Vor dem oben beschriebenen Hintergrund wird deutlich, dass die Bank auch dem Wirtschaftsprüfer ein besonderes Augenmerk schenkt: Fällt ein Unternehmen für die Bank überraschend in Insolvenz, prüft die Bank, ob der Wirtschaftsprüfer seinen Prüfungspflichten nicht ausreichend nachgekommen ist: Hätte er die Krisenzeichen nicht erkennen und im Bericht kennzeichnen müssen? Hat er die Angaben des Unternehmens nicht ausreichend hinterfragt?
Hier wird noch offensichtlicher als beim Steuerberater, dass der Wirtschaftsprüfer gerade zum Schutz der Dritten tätig wird und daher in diesen auch haften muss, wenn er seine Aufgabe nicht ordnungsgemäß erledigt.
d) Ausweitungen und Einschränkungen der Haftung
Erstellen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer gesonderte Schreiben, Berichte oder Auskünfte haften sie Dritten, denen diese Erklärungen vorgelegt werden. Das gilt aber nur, wenn der Berater erkennen konnte, dass seine Erklärung gerade dazu diente, Dritten, insbesondere Banken oder Kontrollorganen, vorgelegt zu werden.
Keine Haftung trifft den Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer dagegen dann, wenn er erfolgreich seine Haftung gegenüber seinem Auftraggeber einschränkt. D.h. der Berater haftet Dritten gegenüber nicht strenger als gegenüber seinem eigenen Auftraggeber. In Betracht kommt das zum Beispiel dann, wenn der Berater ausdrücklich darauf hinweist, dass er auf einer bestimmten Tatsachenbasis gearbeitet hat und dass ihm weitere Auskünfte vom Auftraggeber nicht erteilt wurden. Hier kommt es immer auf den Einzelfall an.
3. Fazit
Die Haftungsträchtigkeit des Beraterberufs nimmt zu. Steuerberater und Wirtschaftsprüfer müssen sich darauf einstellen, dass sie zukünftig bei einem Kreditausfall von der Bank in Haftung genommen werden.
Herausgeber / Autor(-en):
Harald Brennecke Rechtsanwalt
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Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz
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Stand: Juni 2026
Harald Brennecke, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht, Fachanwalt für Insolvenzrecht
Harald Brennecke berät und vertritt Unternehmer und Unternehmen in Bezug auf Schadensersatzansprüche und alle anderen Bereiche des Haftungsrechts.
Sein besonderes Interesse liegt in der Beratung und Vertretung von Haftungsansprüchen gegen Geschäftsführer von Insolvenzverwaltern und Gesellschaftern. Geschäftsführer unterliegen erheblichen Haftungstatbeständen. Er verhandelt Ansprüche von Insolvenzverwaltern insbesondere nach § 64 GmbHG gegen Geschäftsführer von GmbHs und anderen Kapitalgesellschaften sowie gegen den Director von Limiteds.
Rechtsanwalt Harald Brennecke hat im Bereich Gesellschafts- und Insolvenzrecht veröffentlicht:
- "Die Haftung des GmbH-Geschäftsführers", 2014, Verlag Mittelstand und Recht, ISBN 978-3-939384-29-8
- "Gesellschaftsrecht in der Insolvenz", 2014, Verlag Mittelstand und Recht, ISBN 978-3-939384-26-7
- "Das Recht der GmbH", 2015, Verlag Mittelstand und Recht, ISBN 978-3-939384-33-5
- "Die Limited in der Insolvenz", 2014, Verlag Mittelstand und Recht, ISBN 978-3-939384-34-2
Folgende Veröffentlichungen von Rechtsanwalt Brennecke sind in Vorbereitung:
- "Die Haftung des Geschäftsführers nach § 64 GmbHG"
Harald Brennecke ist Dozent für Haftungsrecht, Gesellschaftsrecht und Insolvenzrecht an der DMA Deutsche Mittelstandsakademie und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Insolvenzrecht im DeutscherAnwaltVerein.
Im Bereich Haftungsrecht bietet er Schulungen, Vorträge und Seminare unter anderem zu den Themen:
- Geschäftsführerhaftung – Die Geschäftsführung von Kapitalgesellschaften: das letzte große Abenteuer der westlichen Zivilisation
- Das (enorme) Haftungsrisiko des Sanierungsberaters
- Insolvenzrecht für Steuerberater und Unternehmensberater
- Gesellschaftsrecht für Steuerberater und Unternehmensberate
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Rechtsanwalt, Steuerberater,
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Ich freue mich, als Co-Autor mein Fachwissen im Ratgeber Unternehmensnachfolge 2025 der Deutsche Unternehmerbörse DUB.de teilen zu dürfen und Unternehmer*innen bei rechtlichen Fragestellungen der externen Nachfolge zu unterstützen.
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Paul Luppert, Rechtsanwalt
Tätigkeitsschwerpunkte
- Heilberufe
- Steuerrecht
- Insolvenzrecht
- Baurecht
- Bauträgerrecht
- Stiftungen
Beruflicher Hintergrund
- Geboren 1955 in Kandel / Pfalz
- Studium Betriebswirtschaft (Grundstudium) und Rechtswissenschaften in Würzburg, Examen 1983
- Berater im Bauträgerbereich, 1984 – 2001
- Ausbilder für Fachanwälte Steuer- und Insolvenzrecht, 2002 – 2005
- Rechtsanwalt seit 2005
- Lehrbeauftragter der Hochschule München für angewandte Wissenschaften 2011
- FK05 – Fakultät für Versorgungs- und Gebäudetechnik (Recht I)
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Harald Brennecke, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht
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Stephanie Deiters, Steuerberaterin. Diplom-Kauffrau
Durch ihre umfangreiche Tätigkeit in Kanzleien unterschiedlicher Größe sind ihr Mandanten jeglicher Rechtsform und Größe vertraut. Neben dem nationalen Steuerrecht bietet sie auch Beratung im internationalen Steuerrecht an.
Beruflicher Hintergrund
Studium der Betriebswirtschaftslehre in Köln, Salamanca (Spanien) und Mailand (Italien), internationaler Master CEMS an der Bocconi in Mailand Bestellung zur Steuerberaterin Anfang 2006 Steuerliche Beratung auf verschiedensten Gebieten des Steuerrechts in Kanzleien in Baden-Baden und München Beratung in den Sprachen: Englisch, Spanisch, Italienisch und FranzösischAutorentätigkeiten
Frau Deiters veröffentlicht regelmäßig Artikel zum Steuerrecht aufstephaniedeiters.com
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Veronika Seligmann, Rechtsanwältin
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