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Die Rechte des Verletzten im Strafprozess Teil 3: Das Klageerzwingungsverfahren

Das deutsche Strafrecht ins insbesondere gepr채gt durch das sogenannte Legalit채tsprinzip. Dieses Prinzip manifestiert vor allem in 짠짠 152 Abs. 2, 160, 163 StPO die Verpflichtung der Strafverfolgungsbeh철rden, bei Kenntnis von einer Straftat ein Ermittlungsverfahren einzuleiten und bei Vorliegen eines hinreichenden Tatverdachts auch 철ffentliche Anklage zu erheben.

Sieht sie Staatsanwaltschaft einen derartigen hinreichenden Tatverdacht, also einen gen체genden Anlass zur Erhebung der 철ffentlichen Klage, im jeweiligen Fall allerdings als nicht gegeben, stellt sie das Verfahren ein, 짠 170 Abs. 2 StPO. Dar체ber ist der Antragsteller nach 짠 171 StPO zu bescheiden.

Dies stellt allerdings keine endg체ltige Entscheidung dar, mit der sich der Verletzte abfinden muss. Denn der Verletzte, der die Strafverfolgung w체nscht, kann in einem gerichtlichen Verfahren die Staatsanwaltschaft zu Erhebung der Anklage zwingen.

Voraussetzungen
F체r die Zul채ssigkeit des Klageerzwingungsverfahrens in zun채chst Voraussetzung, dass es sich bei der in Rede stehenden Straftat nicht um eine solche handelt, die im Wege der Privatklage verfolgt werden kann. Dazu geh철ren Delikte, die vornehmlich dem engeren pers철nlichen Bereich des Verletzten zuzuordnen sind, etwa Hausfriedensbruch, Beleidigung, K철rperverletzung oder auch die Sachbesch채digung. Ein Ausschluss des Klageerzwingungsverfahrens liegt auch dann vor, wenn die Staatsanwaltschaft von der Strafverfolgung aus Opportunit채tsgr체nden absieht.

Dar체ber hinaus muss der Antragsteller zugleich Verletzter sein. Der Begriff des Verletzten ist im Rahmen des 짠 172 StPO weit auszulegen. Als Verletzter ist anzusehen, wer durch die sch채digende Handlung eines anderen unmittelbar in seinen Rechten, Rechtsg체tern oder rechtlich anerkannter Interessen beeintr채chtigt ist. Zur Eingrenzung dieser weiten Definition wird darauf abgestellt, ob die jeweilige betroffene Strafnorm auch die Rechte gerade dieser Person sch체tzen will. Allerdings k철nnen auch Beh철rden, K철rperschaften oder Vereine Verletzte sein, wenn durch die Tat Rechtsg체ter betroffen sind, die ihnen gerade zur Erf체llung ihrer Aufgaben zur Verf체gung stehen.

Ablauf des Klageerzwingungsverfahrens
Der Ablauf des Klageerzwingungsverfahrens ist dreistufig aufgebaut. Die Nichteinhaltung der formellen Vorschriften ist regelm채횩ig der Grund daf체r, dass viele angestrengte Klageerzwingungsverfahren bereits als unzul채ssig verworfen werden.

1. Stufe
Die erste Stufe beginnt mit der Einstellung des Ermittlungsverfahrens durch die Staatsanwaltschaft gem채횩 짠 170 Abs. 2 StPO. Dies kann aus rechtlichen oder tats채chlichen Gr체nden erfolgen. Erforderlich ist, dass der Verletzte auch der Antragsteller ist. Der Verletzte muss also im Wege einer Strafanzeige oder eines Strafantrages die Erhebung der 철ffentlichen Klage begehrt haben. Jedem Antragsteller ist sodann ein mit Gr체nden versehener Bescheid zu erteilen. Auf diesem Weg soll der Antragsteller dar체ber informiert werden, aus welchen Gr체nden die Staatsanwaltschaft von Ermittlungsma횩nahmen absieht oder warum die durchgef체hrten Ermittlungsma횩nahmen keinen gen체genden Anlass zur Erhebung der 철ffentlichen Klage bieten. Dieser Bescheid enth채lt dann, wenn der Antragsteller zugleich Verletzter aus der Tat ist und in dem jeweiligen Fall das Klageerzwingungsverfahren grunds채tzlich rechtlich zul채ssig w채re eine Rechtsmittelbelehrung. Diese muss auf die M철glichkeit der Beschwerde an den Vorgesetzten Beamten der Staatsanwaltschaft, die zweiw철chige Frist und die Stelle, bei der die Beschwerde eingelegt werden kann, hinweisen.

2. Stufe
Im weiteren Verfahren kann nun der Antragsteller Beschwerde gegen die Einstellung beim vorgesetzten Beamten der Staatsanwaltschaft einlegen. Dies ist der Generalstaatsanwalt. Die Beschwerde kann m체ndlich oder schriftlich eingelegt werden. Eine Begr체ndung ist nicht erforderlich. Es besteht kein Anwaltszwang.

Da es sich hier um eine Vorschaltbeschwerde handelt, pr체ft zun채chst der Staatsanwalt, ob er der Beschwerde abhilft. Dies kann erfolgen durch die Wiederaufnahme der Ermittlungen oder durch Aufhebung des Einstellungsbescheides und Anklageerhebung. Werden die Ermittlungen wieder aufgenommen und zu einem sp채teren Zeitpunkt wieder eingestellt, steht dem Antragsteller erneut die M철glichkeit der Beschwerde zu.

Hilft der Staatsanwalt der Beschwerde nicht ab, werden die Akten dem Genrealstaatsanwalt vorgelegt und dem Beschwerdef체hrer eine Frist f체r die Begr체ndung seiner Beschwerde gegeben. Der Generalstaatsanwalt kann dann entweder die Staatsanwaltschaft anweisen, weitere Ermittlungen durchzuf체hren oder auch Anklage zu erheben, wenn die Sache anklagereif ist. Andernfalls weist er die Beschwerde als unzul채ssig mit entsprechendem Bescheid und Rechtsmittelbelehrung zur체ck.

3.Stufe
Wird die Beschwerde als unzul채ssig verworfen, steht dem Verletzten nun der Antrag auf gerichtliche Entscheidung zum Oberlandesgericht offen. Es handelt sich hierbei um ein prozessual selbstst채ndiges Verfahren. Der Antrag muss innerhalb eines Monats nach der Bekanntmachung gestellt werden. Er ist schriftlich einzureichen und muss von einem Rechtsanwalt unterschieben sein.

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Stand: 12/2009


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Das Referat Wirtschaftsstrafrecht wird bei Brennecke & Partner Rechtsanw채lte betreut von:

Portrait Harald-Brennecke Harald Brennecke, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Insolvenzrecht, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht, Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz

Harald Brennecke ist als Strafverteidiger, Anzeigenerstatter, Nebenklagevertreter oder Zeugenbeistand ausschließlich im Wirtschaftsstrafrecht tätig. 
Er verteidigt bei Insolvenzdelikten wie Insolvenzverschleppung, Bankrottdelikten, Buchführungsdelikten, Gläubigerbegünstigung und Schuldnerbegünstigung sowie allen anderen typischen Straftaten im Insolvenzbereich wie Betrug oder Untreue. Als Fachanwalt für Insolvenzrecht und Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht kann er Rechtsfragen im materiellen Bereich in einer Tiefe aufbereiten, die für Richter und Staatsanwälte nicht immer leicht zu durchdringen ist.    
Als Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz ist er im Bereich der UWG-Straftaten tätig, unter anderem bei Strafbarer Werbung, 16 UWG oder Verrat von Geschäftsgeheimnissen, 17 UWG, wie z.B. die unberechtigte Verwendung von Kundendaten.
 
Häufig kann bereits im Laufe eines Ermittlungsverfahrens durch fundierte Stellungnahme der Verdacht einer Straftat vermieden und die Einstellung des Verfahrens erreicht werden. 
Der Umgang mit den erheblichen Datenmengen im Wirtschaftsstrafrecht erfordert spezielle Arbeitstechniken. Die vielschichtigen und tiefen rechtlichen Probleme der typischen wirtschaftsstrafrechtlichen Fragestellungen samt ihrer Verquickung mit insolvenzrechtlichen, gesellschaftsrechtlichen und steuerrechtlichen Themen erforderte fundierte Fachkenntnis der materiellrechtlichen Zusammenhänge und die Bereitschaft zu einer sehr intensiven Auseinandersetzung mit dem konkreten Sachverhalt.
In den komplexe wirtschaftsstrafrechtlichen Sachverhalten ist eine umfassende strategische Orientierung und vollständige Durchdringung des Sachverhalts schon vor der ersten Stellungnahme entscheidend.  

Rechtsanwalt Brennecke unterstützt auch Strafverteidiger durch rechtliche Zuarbeit im Hintergrund oder offene Begleitung in Bezug auf materiellrechtliche Themen.        

Harald Brennecke hat im Wirtschaftsstrafrecht und angrenzenden Gebieten veröffentlicht:

  • "17 UWG - Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen", 2015, ISBN 978-3-939384-38-0, Verlag Mittelstand und Recht
  • "Einführung in das Datenschutzrecht", Kapitel im E-Business Handbuch für Entscheider, 2. Aufl. ISBN 3.540-43263-9, 2002, Springer-Verlag
  • "Die Haftung des GmbH-Geschäftsführers", 2014, ISBN 978-3-939384-29-8, Verlag Mittelstand und Recht
  • "Gesellschaftsrecht in der Insolvenz", 2014, ISBN 978-3-939384-26-7, Verlag Mittelstand und Recht

sowie etliche weitere Veröffentlichungen im Gesellschafts- und Insolvenzrecht.

Weitere Veröffentlichung von Rechtsanwalt Brennecke sind in Vorbereitung, unter anderem:

  • Einführung in das Datenschutzstrafrecht
  • Compliance
  • Insolvenzstraftaten

Harald Brennecke ist Dozent für Wirtschaftsstrafrecht an der DMA Deutsche Mittelstandsakademie. 
Im Bereich Wirtschaftsstrafrecht bietet er Schulungen, Vorträge und Seminare unter anderem zu den Themen:

  • Insolvenzstrafrechtliche Risiken für Geschäftsführer
  • Compliance im Mittelstand – Strafrisiken vermeiden durch kluge Unternehmensführung
  • Insolvenzstrafrecht für Steuerberater und Sanierungsberater  
  • Geschäftsführerhaftung – Die Geschäftsführung von Kapitalgesellschaften: das letzte große Abenteuer der westlichen Zivilisation
  • Das (enorme) Haftungsrisiko des Sanierungsberaters
  • Insolvenzrecht für Steuerberater und Unternehmensberater
  • Datenschutzstrafrecht
  • Schutz von Kundenadressen und Geschäftsgeheimnissen – 17 UWG in Theorie und Praxis


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Mail: brennecke@brennecke-rechtsanwaelte.de
Telefon: 0721-20396-28

 

Normen: 짠짠 153f. StPO; 짠 170 StPO; 짠 172 StPO
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