Beginnt die Betriebskostenabrechungsfrist bei Anerkenntnis durch Mieter neu?
Beginnt die Betriebskostenabrechungsfrist bei Anerkenntnis durch Mieter neu?
Fast jeder Mieter und Vermieter weiß, dass im Wohnungsmietrecht die Betriebskostenabrechnung unter anderem innerhalb von 12 Monaten nach Beendigung der Abrechnungsperiode erteilt werden muss, um eventuelle Nachforderungen verlangen zu können (Fußnote). Daneben muss die Abrechnung aber auch den formellen Voraussetzungen genügen.
Was passiert jedoch, wenn die Abrechnung nicht den formellen Anforderungen entspricht, eine ordnungsgemäße Abrechnung erst nach der Jahresfrist dem Mieter zugeht, dieser jedoch bereits nach Kenntnis der ersten Abrechnung den Ausgleich der Nachforderung zusagt. Beginnt dann mit der Zusage des Ausgleichs die Frist neu zu laufen?
Der BGH hat diese Frage am 09.04.2008 (Fußnote) entschieden und sagt: Nein. Die einjährige Abrechnungsfrist des § 556 Abs. 3 S. 2 BGB ist eine so genannte Ausschlussfrist und beginnt – selbst wenn der Mieter den Ausgleich der Nachforderung zusagt – nicht neu. Auch das Verjährungsrecht, wonach die Verjährung erneut beginnt, wenn der Schuldner dem Gläubiger gegenüber den Anspruch vor Ablauf der Verjährungsfrist anerkennt, findet auf die Ausschlussfrist für die Betriebskostenabrechnung keine Anwendung.
Der Zweck der Ausschlussfrist bei der Betriebskostenabrechnung besteht nach Ansicht des BGH nämlich darin, für Rechtssicherheit und Rechtsklarheit zwischen den Parteien zu sorgen. Dieser Zweck steht jedoch der Verjährung wegen Neubeginns der Abrechnungsfrist entgegen.
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Stand: Juli 2026
Rechtsanwalt Peter Hesse studierte Rechtswissenschaften in Potsdam. Er ist seit 2006 Partner bei Brennecke & Partner sowie Gründer und Geschäftsführer des Standortes Potsdam.
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Persönliches
Während seines Studium und des Referendariats am Landgericht Potsdam war Rechtsanwalt Peter Hesse als Leistungssportler in der 1. und 2. Bundesliga in der Sportart Ringen tätig.
Rechtsanwalt Peter Hesse ist Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht
und Autor eines Blog´s zu Themen des Miet- und Wohnungseigentumsrechts.
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Tätigkeitsbereiche
Rechtsanwalt Peter Hesse ist überwiegend tätig in den Bereichen
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- Arbeitsgemeinschaft Sportrecht im DAV
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Veröffentlichungen
- "Das Wohnungseigentum - Eine Einführung für den Praktiker", Hesse/Renz, Verlag für Mittelstand und Recht 2007, ISBN 978-3-939384-09-0,
- "Beschlusskompetenz der Wohnungseigentümer bei Instandhaltung von Fenstern", Rechtsanwälte informieren, Potsdam am Sonntag, 13.12.2009,
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- "Nebenkostenabrechnung - Müssen "nichtumlagefähige" Nebenkosten enthalten sein?", Rechtsanwälte informieren, Potsdam am Sonntag, 27.05.2007,
- "Nebentätigkeit während der Arbeitsunfähigkeit - Kündigungsgrund?", Rechtsanwälte informieren, Potsdam am Sonntag, 25.03.2007,
- "Unwirksamkeit "starrer" Quotenklauseln in Mietverträgen", Rechtsanwälte informieren, Potsdam am Sonntag, 28.02.2007,
- "Haftung des WEG-Verwalters bei Schäden im Sondereigentum", Rechtsanwälte informieren, Potsdam am Sonntag, 20.01.2007,
- "Offene Kritik am Arbeitgeber", Rechtsanwälte informieren, Potsdam am Sonntag, 17.12.2006,
- "Gebrauch: Zulässige Nutzung zu Wohnzwecken", Der Miet-Rechtsberater, Juli 2005, Seite 179;
- zahlreiche Aufsätze und Rechtsinfos zu den Themen: Wohnungseigentumsrecht, Miet- und Maklerrecht, Arbeitsrecht und Sportrecht
Normen: § 556 BGB
