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Sportrecht – Eine Einführung für Sportler und Vereine – Teil 27 – Leistungsstörungen im Vertragsverhältnis zwischen Zuschauer und Veranstalter

Autor(-en):
Michael Kaiser
Rechtsanwalt


3.5.5. Leistungsstörungen im Vertragsverhältnis zwischen Zuschauer und Veranstalter

Treten bei der Abwicklung von gegenseitigen Schuldverhältnissen Komplikationen auf bzw. können die vereinbarten Abmachungen (Verträge) nicht eingehalten werden, spricht man von sogenannten Leistungsstörungen.

Hierbei unterscheidet man zwischen:

  • Nichterfüllung
  • Schlechterfüllung
  • Verzug

des Schuldverhältnisses.

Die ordnungsgemäße Erfüllung des Vertrags wird dabei also erschwert oder gar ausgelassen.[1]

3.5.5.1. Der Ausfall der Sportveranstaltungen

Beim Ausfall einer Sportveranstaltung ist nach allgemeiner Auffassung von der Unmöglichkeit einer Leistungserbringung auszugehen.

Hierunter fallen bspw.:

  • unbespielbares Spielfeld, z.B. wegen Aufweichung oder Eisglätte
  • technischer Defekt des Flutlichtes
  • Weigerung der Teilnehmer bzw. Sportler
  • fehlender Schiedsrichter
  • Ankündigung eines Terroranschlags oder Bombenanschlags

Eine Unmöglichkeit der Leistungserbringung liegt demnach dann vor, wenn der Schuldner eines Leistungsverhältnisses gehindert wird, die geschuldete Leistung zu erbringen.[2]
Aufgrund dieser vorliegenden Unmöglichkeit wird der Schuldner von seiner Leistungspflicht befreit.[3]
Gleichzeitig verliert der Schuldner allerdings ebenso den Anspruch auf Gegenleistung – vor allem die Zahlung des Entgelts der Zuschauer – bzw. muss, bei bereits erfolgter Gegenleistung (Zahlung) eine Rückerstattung tätigen.[4]

Weiterhin ist zu beachten, dass wenn der Veranstalter die Unmöglichkeit zu verschulden bzw. zu vertreten hat (z.B.: wegen mangelnder Reservierung der entsprechenden Lokation), der Zuschauer neben der Rückzahlung der bereits erbrachten Gegenleistung, ebenso einen entsprechenden Schadensersatzanspruch wegen Nichterfüllung geltend machen kann.[5]

Als ersatzfähige Schäden kommen die Aufwendungen in Betracht, die der Zuschauer anlässlich der Sportveranstaltung getätigt hat.

Hierunter fallen bspw.:

  • Fahrtkosten zur Sportveranstaltung
  • Übernachtungskosten
  • Parkplatzgebühren
  • etc.

3.5.5.2. Der Abbruch einer Sportveranstaltung

Auch bei einem Abbruch einer Sportveranstaltung ist, wie beim Ausfall der Sportveranstaltung, von einer Unmöglichkeit der Leistungserbringung auszugehen.

Beispiele für den Abbruch einer Sportveranstaltung sind u.a.:

  • Ausfall des Flutlichtes
  • Schweres Gewitter
  • Schweren Zuschauerausschreitungen (z.B. Relegationsspiel Fortuna Düsseldorf vs. Hertha BSC Berlin im Mai 2012)
  • Weigerung der sportlichen Fortführung durch die einzelnen Sportler

Nach allgemeiner Auffassung ist beim Abbruch einer Sportveranstaltung genauso zu verfahren, wie bei einem Ausfall.
Folglich muss die in diesem Fall vorliegende Teilunmöglichkeit – nach Abbruch der Sportveranstaltung – als vollständige Unmöglichkeit angesehen werden.[6]
Die bereits erbrachte Leistung der Gegenpartei muss demnach zurückerstattet bzw. gegebenenfalls sogar Schadensersatz geleistet werden.



[1] Richtsfeld, in: Das Rechtsverhältnis zwischen Sportveranstalter und Zuschauer, S.91.

[2] Unberath, in: Beck´scher Online Kommentar § 275 BGB, Rn.8, 9. (Hrsg.: Bamberger/Roth)

[3] vgl. §§ 275ff. BGB.

[4] Richtsfeld, in: Das Rechtsverhältnis zwischen Sportveranstalter und Zuschauer, S.93.

[5] vgl. §§ 323, 325 BGB.

[6] Richtsfeld, in: Das Rechtsverhältnis zwischen Sportveranstalter und Zuschauer, S.119f.


Dieser Beitrag ist entnommen aus dem Buch „Sportrecht – Eine Einführung für Sportler und Vereine“ von Michael Kaiser, auf Vertriebsrecht spezialisierter Rechtsanwalt, und Franco Caputo, wissenschaftlicher Mitarbeiter, erschienen im Verlag Mittelstand und Recht, 2015, www.vmur.de, ISBN 978-3-939384-54-0.


Autor(-en):
Michael Kaiser
Rechtsanwalt


Kontakt: kaiser@bpmail.de
Stand: Januar 2015


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Über die Autoren:

Michael Kaiser, Rechtsanwalt

Portrait Michael-Kaiser

Michael Kaiser berät und vertritt seit vielen Jahren Patienten, Ärzte und Gesundheitsorganisationen bei Rechtsfragen um Arztrecht/Medizinrecht.
Er vertritt Krankenversicherungsnehmer bei der Durchsetzung von Ansprüchen auf Krankenversicherungsleistungen gegen Krankenkassen. Insbesondere die Übernahme der Kosten für neue, vielversprechende, aber noch nicht anerkannte Behandlungsmethoden durch die Krankenkassen liegt ihm am Herzen.
Er vertritt Patienten und Ärzte bei Arzthaftungsfällen. Er vertritt Ärzte beim Streit um die Vergütung bei Kassen- oder Privatpatienten und bearbeitet berufs- und standesrechtliche Fragestellungen, z.B. die Grenzen zulässiger Werbung, patent- und markenrechtliche Probleme oder Regressansprüche der Kassenärztlichen Vereinigung.
Michael Kaiser begleitet Ärzte bei der Gründung und Auseinandersetzung von Gemeinschaftspraxen und Praxisgemeinschaften sowie bei der Praxisnachfolge.

Rechtsanwalt Michael Kaiser hat veröffentlicht:

  • Arztpraxis – Kauf und Übergang, Harald Brennecke und Michael Kaiser, 2016, Verlag Mittelstand und Recht, www.vmur.de, ISBN 978-3-939384-54-0

Rechtsanwalt Michael Kaiser ist Dozent für Arztrecht/Medizinrecht an der DMA Deutsche Mittelstandsakademie.
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